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Verfolgt man die Traditionslinien der äußeren Kampfkünste bis zu ihren Quellen, so stößt man auf den Namen Boddhidharma, der aus Indien kam, mit dem Auftrag,
die Buddhistischen Lehren und die Meditation [ Ch’an = Zen ] in China zu verbreiten.
Neben der Meditation, so wird berichtet, soll Boddhidharma auch einige höchst wertvolle
Qigong- und Kampfkunstübungen nach China importiert haben, durch die die Mönche des Shaolin-Klosters außergewöhnliche Kräfte entwickeln konnten.
In der Shaolin-Schule finden wir also nicht nur die Wurzeln akrobatischer Kung Fu-Techniken, sondern auch die Wurzeln einer intensiven geistig-spirituellen Schulung, die insbesondere in Japan
unter dem Namen Zen Verbreitung gefunden hat.
Boddhidharma, chin. PĂştĂdámĂł, jap. Bodai-Daruma, gilt als erster Patriarch des Zen,
der „Schule des Erwachten Geistes“ die auch das „Tor der Quelle“ genannt wird.

In einem Essay „Über den Eintritt in den Weg“, welcher dem Begründer des Zen zugeschrieben wird, heißt es:
“Es gibt viele Tore, die Dir den Weg eröffnen können, aber in ihren Grundsätzen lassen sie sich auf zwei Arten der Schulung zurückführen:
das Betreten des Weges durch das Prinzip oder den Eintritt in den Weg durch die Tat.
Du stehst in Harmonie mit dem Prinzip, wenn Du in der Erkenntnis lebst,
daß alle fühlenden Wesen die gleiche wahre, essenzielle Natur teilen und Du fähig bist alle Äußerlichkeiten und falschen Vorstellungen sein zu lassen und Du zur Wirklichkeit zurück findest.
Der Weg der Tat fĂĽhrt ĂĽber die vier Praktiken, die alle anderen Praktiken in sich einschlieĂźen. Um welche vier Praktiken handelt es sich? Die erste ist das Wiedergutmachen von Verfehlungen.
Die zweite ist das Sichanpassen an die Umstände. Die dritte ist das Nichtsuchen und die vierte Praxis ist das Handeln im Einklang mit der Wahrheit. ...“
Die Entwicklung geistiger und moralischer Qualitäten wie Geduld, Ausdauer, Mut, Selbstdisziplin, Selbstvertrauen und Bescheidenheit gehören ebenso zum Training eines Kampfkünstlers
und dienen zur Stärkung des Geistes, wie das Üben von Atem- und Bewegungstechniken zur Stärkung des Körpers beitragen.
Das Kung-Fu ist ein ganzheitlicher Schulungsweg zur Entwicklung von Körper, Geist und Seele.
Wir verbessern durch unsere Übungen unsere körperlicher Fitness wie Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Koordination, entwickeln Kondition, Kraft und Ausdauer.
Wir erwerben eine Menge an geistig-psychischen Fähigkeiten wir Disziplin, Konzentration, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, und gewinnen sogenannte „soziale Kompetenzen“ wie Achtsamkeit,
Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu überwinden. Als Schule der Persönlichkeit betrachtet ist das Training der Kampfkunst ein wertvolles und nützliches Medium,
um ein harmonisches und mit Sinn erfĂĽlltes Leben zu fĂĽhren.
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