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081 Gegensätze
Bevor man sich leert, muss es FĂĽlle geben. Bevor man schrumpft, muĂź es Erweiterung geben.
Bevor man fällt, muss es Aufstieg geben. Um etwas zu zerstören, führe es zu seinem Extrem. Um etwas zu bewahren, halte es in der Mitte.
In der Chinesischen Philosophie wird von den Gegensätzen als Prinzip von Yang und Yin oder Yinyang geredet.
Obgleich wir von den Entgegengesetzten sprechen, sind die Dinge nicht wirklich gegeneinander wirkende Elemente. Alle Gegensätze sind ein Teil des gleichen Wesens.
Wie eine Schlange mit zwei Köpfen sind Gegensätze zwei Teile von einem Vollständigen. Sie definieren einander, so wie Schwarzes Weiß einander definieren.
Sie wechseln miteinander ab, so wie Frieden mit Streit abwechselt. Wann immer jedes mögliche Phänomen sein Extrem erreicht, ändert es sich in Richtung
zu seinem Gegenüberliegenden, gerade so, wie die dunkelste Nacht anfängt sich in Richtung zur Dämmerung zu ändern, und wie auf dem kältesten Winter ein prachtvoller Frühling folgen wird.
Folglich muss alles, was man zerstören möchte, nur zu seinem Extrem führen oder bereits, während es in Erscheinung tritt bewältigt werden.
Z.B. gibt es zwei einfache Zeiten, um einen Baum zu zerstören: einmal wenn es so hoch ist, dass es im Begriff ist zu stürzen oder wenn er noch jung ist, dass es leicht entwurzelt werden kann.
Die gleiche Grundregel gilt, wenn man etwas nähren möchte. Du kannst seine Zerstörung verhindern, indem Du es nah an der Grenze zum Gipfel hältst, aber nicht zu seiner Spitze führst.
Du kannst einen Zweig von einem alten Baum nehmen und ihn verpflanzen. Dies ist die Weisheit des Mittleren Weges. “Die, die auf dem Weg sind“ ändern eine Situation, bevor sie den Gipfelpunkt erreicht.
Indem sie ihre Energien an eine neue Situation ankoppeln, die gerade aufkeimt, erreichen sie Dauer.
Deng Ming Dao
365-Tao [059]

- 365 Tao -
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