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Yuan – Quelle
Die Kalligraphie des Zeichens „yuan“ – die Quelle, der Ursprung, natürlich, ursprünglich stellt eine Klippe [der Winkel] dar; die vertikalen Linien zeigen Bäche, die von der Quelle wegfließen.
Wie die Quelle aus dem Erdboden hervorsprudelt und Leben schenkt, sprudelt auch das Tao hervor und schenkt uns Leben

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Eine Quelle ist schwer zu finden. Eine Weile lassen sich die Flüsse und Bäche bis zu ihrem Oberlauf leicht verfolgen. Doch die eigentliche Quelle läßt sich häufig nur sehr schwer ausfindig machen.
Vielleicht sind es nur ein paar Tropfen, ein Rinnsal, die unter Gestrüpp und Büschen verborgen aus der Erde hervor kommen.
Diese Tropfen sind jedoch der Ursprung des Flusses. Ganz gleich, wie breit und mächtig der Fluß ist, wie der Nil oder der Yangtse, der Mississippi oder der Ganges, er nimmt mit ein paar Tropfen seinen Anfang.
Es ist gut, um die Größe eines Flusses zu wissen; es ist aber genauso wichtig, seinen Ursprung zu kennen. In der Umgebung von Flüssen und Seen errichteten die Menschen von jeher ihre Zivilisationen.
Sie siedelten sich zuhauf an ihren Ufern an, unterbrechen seinen Lauf durch Dämme, überspannen sie mit Brücken, befahren sie mit Booten, fischen in ihren Tiefen.
Menschen werden auf dem Fluß geboren, leben auf dem Fluß, sterben auf dem Fluß. Der Lauf des Flusses ist komplex, seine Quelle ist unkompliziert. Dieselbe Analogie gilt auch für das Studium des Tao.
Wir können uns mit all dem Gerede über richtiges Verhalten und richtige Strategien beschäftigen. Wir können uns anschauen, auf welche elegante Weise das Tao seine Metaphysik hervorbringt.
Wir können an seine großartigen Geschichten denken und seine verschiedenen Methoden zur Langlebigkeit erforschen. Aber all das sind nur Aspekte des Stromes des Tao.
Wenn wir das Tao in seinem fundamentalen Wesen ergründen wollen, dann ist es wichtig, essenziell, zur Quelle zurückzukehren. Wenn Du tatsächlich bis zur Quelle des Tao zurückfinden kannst,
wirst Du auch die Quelle all Deiner fragen finden.
nach Deng Ming-Dao

Tao im Täglichen Leben [S. 44 ff.]
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