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Die Kalligraphie des Zeichens 56 “lu” zeigt das Bild eines Zeltlagers.
Mehrere ( 2 ) Männer lagern sich unter den Ästen eines Baumes im Wald. “Verständnissinn: zeitweilig an einem Ort festgehaltene Männer, der nicht ihr gemeinsamer Wohnort ist.
Soldaten, Reisende, Händler, Gefangene, Auswanderer.”

[ Wieger, S. 273 ] “Schwierigkeiten, sich zu plazieren, Reisender ... “ [ Philastre, S. 377 ]
Ein Feldlager ist eine provisorische Einrichtung.
Diese Männer haben einen Baum in einem Wald gewählt, um darum zu lagern. Sie organisieren sich, unterwerfen sich Zwangsmaßnahmen. Unter dem Baum suchen sie Schatten, Sinnbild der vergänglichen, irrealen
und wechselhaften Dinge. Der in ewiger Entwicklung sich befindende Baum ist Sinnbild des Lebens. Die Kräfte des Universums sind in dauernder Bewegung begriffen,
sie bleiben nie dauerhaft an einem Platz, denn sie entwickeln sich ohne Unterbrechung weiter, zwar in vorüberziehenden, vergänglichen, irrealen Formen, aber sie organisieren sich nach bestimmten Gesetzen,
passen sich diesen an.
“Psychologie: Der Charakter zeigt Mut, Kühnheit und Unternehmungsgeist. Er liebt das Bohémeleben, durch das er sein Begehren nach Freiheit und
oftmals auch Einsamkeit verwirklichen kann. Er sucht die Ruhe. Willentlich oder notgedrungen kann er nachts seine Doppelnatur zeigen. Er soll sich zwischen Korrektheit und Unregelmäßigkeit entscheiden,
ist aber sowohl von dem einen als auch von dem anderen angezogen. Im Ruhezustand verwirklicht sich das psychische Gleichgewicht nur mühsam. Dieses Wesen kennt eine innere Erregtheit nervösen Ursprungs,
welche sein Bewußtsein durcheinander bringt. Er ist von Gewissensbissen geplagt und weiß nicht, wie er diesen Zuständen ein Ende bereiten kann.
Er versucht sich dieser Energie, die ihn erstickt und an der Klarheit hindert, zu entledigen, indem er alleine und in Ruhe verbleibt. Wenn er vor den anderen flieht, dann tut er dies, um sie zu bestrafen,
indem er sie seiner Gegenwart beraubt; aber er bestraft sich damit auch selbst, indem er alleine bleibt, weil er auch den anderen liebt. Sich Leid anzutun hilft ihm, zu gesunden.
Der Experte rät dazu, die Flucht in die Einsamkeit nicht endlos zu verlängern: Man kann nicht dauerhaft “außerhalb seines Heimes sein.”
Man muß die nervöse Ursache beruhigen, indem man wieder Geschmack am Leben findet
und der “Quelle der Begehrlichkeit” wieder dosiert Nahrung zukommen läßt. ... “

[ de Surany, S.318 ff. ]
Zwei Leute rasten, lagern im Schatten eines Baumes. Sie sind Reisende, Soldaten, Händler oder Ausgewanderte. Ihnen fehlt ein solider Grund:
die Situation, der Lebensplatz oder die Anstellung, die sie bisher eingenommen hatten, sind verloren, aufgegeben worden. Eine Situation des Elends, wo es nicht einfach ist, einen neuen,festen Platz zu finden.
In dieser Situation ist es angeraten, sich nicht durch Unfeinheiten, Erleichterungen verlocken zu lassen. Ausdauer, Bescheidenheit und Pflichterfüllung sind angesagt: Man nutze die großzügige Gastfreundschaft nicht aus,
sondern arbeite stetig und vorsichtig an seiner Selbständigkeit.
Das Zeichen 56 ist günstig für Leute, die geschäftlich viel unterwegs sind, ungünstig für Ehe und Partnerschaft (zeitweilige Trennungen).
Man achte darauf, pünktlich seinen Aufgaben, Verpflichtungen nachzukommen und keine Angelegenheiten zu verschleppen.

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... weiter Textarbeit ist angedacht ...

Danke für das Interesse und einen guten Weg
Tabelle/Übersicht

Kalligraphien zu den Bildern des Wandlungsbuches
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