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Das Zeichen in der Form der kleinen Siegelschrift
setzt sich aus 6 Einzelelementen zusammen.
Linke Seite: oben eine Mauer, darunter ein Fuß, unten die jüngste Tochter.
Rechte Seite: oben ein Staubwedel
(dieser wurde im 21. Jahrhundert vor Christus bereits in China “erfunden”) darunter eine verschlossene Person, unten: ein Baum mit übereinanderstehenden Zweigen (diesen finden wir auch bei dem 8. der 12 Himmlischen Stämme wieder)

“Der Staubwedel ist der Person zugeordnet, die das Innere zu pflegen hat, und der Gattin, die ihrem Gemahl untergeben sein soll. Aber die Gattin, die bei ihrem Gemahl ankommt, ist nicht die erste. Sie ist eine Konkubine, eine “jüngere Tochter”. Sie ist mit dem praktischen Ziel ins Haus aufgenommen worden, um das Hausinnere zu pflegen und, im Bilde eines Baumes,
bei dem die Äste übereinander stehen, die Nachkommenschaft zu sichern. Die Vereinigung stellt ein Ende dar, weil zwei zu einem werden, aber es ist ein “ewiges Ende”, weil das Eine sich von neuem teilen wird -
wie sich Yin und Yang entdoppeln und sich in einer unendlichen Bewegung vereinigen.”
“Yang ruft Yin, das ihm antwortet. Das ist die Heirat.
Das Mädchen verheiratet sich; es wird Geburten geben.” sagen die Texte.
“Guei: Ankunft der Braut in der Familie des Bräutigams, der sie mit dem Titel Ehefrau angehören wird.” [Wieger, S. 221] ”Mei: Jüngere Tochter.” [Wieger, S. 499]
“Jeder Atemzug stirbt mit dem nachfolgenden, aber der Atem bleibt; das ist das ewige Ende”; “sich vereinigen, zurückkehren, heiraten.” [Philastre, S. 345] [De Surany, S. 102 ff.]

54 Kuei Mei das heiratende Mädchen (
das Münzorakel des I-Ging nach Da Liu)

Kuei Mei bezeichnet Heirat, die Erfüllung oder das Früchtetragen oder auch einen endgültigen Entschluß.
Das obere Trigramm Chen ist Donner und der älteste Sohn. Tui, der See, die jüngste Tochter und die Schönheit, ist das untere Trigramm. Tui ist hier ein schönes Mädchen mit wenig Erfahrung, die im Sturm von einem
älteren Mann erobert wird. Sie lieben sich sehr, aber sie heiraten zu schnell, ohne die angemessene Sitte zu beachten. Obwohl Kuei Mei die Ehe darstellt, bezeichnet es doch kaum eine Dauer.
Das obere Kerntrigramm ist K’an, Wasser, das untere ist Li, die Sonne. Die Sonne läßt das Wasser verdunsten, das dann als Wolken emporsteigt.
Der Donner Chen kündigt dann den Regen an, der den See überfließen läßt; das Wasser steigt schnell und fällt ebenso geschwind. Auf die gleiche Weise
treten Untreue und Streit an die Stelle der starken Anziehung zwischen dem alten Mann und dem jungen Mädchen, bis schließlich aus Glück Unglück geworden ist (die obere Linie).
Das entspricht der chinesischen Philosophie, die glaubt, daß die Ereignisse, wenn sie den äußersten Punkt erreicht haben, in ihr Gegenteil umschlagen.
Im Ch’un-ch’iu berichtet Konfuzius die Geschichte des Herzogs des Staates Chin, der dieses Hexagramm erhielt, als er das Orakel über die Heirat seiner Tochter mit dem Marquis von Ch’in befragte; die oberste Linie
war dabei unbeweglich. Der Herzog deutete das als ungünstiges Zeichen für die Heirat, denn zwischen beiden Staaten würden Kämpfe ausbrechen. Und es
kam tatsächlich zu langen Kriegen. Dieses Hexagramm rät zur Vorsicht in geschäftlichen Dingen und zur Sparsamkeit im Privatleben. „Gewohnheits-Ehen“ sind durch dieses Hexagramm begünstigt.
Das Urteil
Das heiratende Mädchen. Unternehmungen bringen Unglück. Nichts ist nützlich.
Das Symbol Donner über dem See: Symbol des heiratenden Mädchens. Der überlegene Mann erkennt den Grund des Irrens.
Er verharrt in seiner Tugend bis zum Ende.
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Die Linien
Neun unten: Das heiratende Mädchen soll Konkubine werden. Ein Krüppel kann gehen. Das Unternehmen bringt Glück.
Selbst bei begrenzten Fähigkeiten wird man seine Pläne verwirklichen können, wenn man sich auf einflussreiche Leute stützen kann. Im Beruf erwirbt man
sich vielleicht als leitender Assistent Anerkennung. Man kann damit rechnen, das Examen zu bestehen. Man trifft einen Freund oder eine Freundin.
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Neun an zweiter Stelle: Ein Einäugiger kann sehen.
Dem einsamen Manne nützt es nicht, still zu sein.
Ungefährdet kann man sein jetziges Amt behalten. Das heißt aber auch, daß an Beförderung nicht zu denken ist. Auch Studenten und Arbeitslose haben
keine Aussichten, sich zu verbessern. Wenn Geburtszeit und Sternzeichen ungünstig sind, sollte man auf seinen Gesundheitszustand acht geben.
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Sechs an dritter Stelle:
Das heiratende Mädchen sollte Dienerin werden. Sie heiratet als Konkubine.
Plötzlich geht es aufwärts und ebenso plötzlich geht es wieder abwärts.
Harte Arbeit, Betrübnis und Bitterkeit stehen ins Haus; vielleicht gibt es eine Scheidung oder das Ende einer Freundschaft; man knüpft aber auch wieder
neue Freundschaften. Beruflich sollte man auf Rückschläge gefasst sein; Studenten und Arbeitslose sollten die richtige Gelegenheit abwarten.
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Neun an vierter Stelle:
Das heiratende Mädchen verschiebt die Hochzeit. Sie will später heiraten und die richtige Zeit abwarten.
Man sucht einen Arbeitsplatz, oder man möchte den Arbeitsplatz wechseln.
Dem Kaufmann empfiehlt sich eine Geschäftsreise. Keine gute Zeit für Eheschließungen: Ledige sollten lieber eine passendere Zeit abwarten.
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Sechs an fünfter Stelle:
Kaiser I verheiratet seine Tochter. Das bestickte Kleid der Prinzessin ist nicht so prächtig wie das der Konkubine. Der Mond ist fast voll. Glück.
Man erreicht seine Ziele. Im Beruf kann man mit Beförderung rechnen, in der Schule winkt Anerkennung. Heiraten sind ebenso möglich wie der Erwerb von Besitztümern. Vielleicht ist man irgendwo als Ehrengast geladen.
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Sechs oben: Der Korb der Frau ist leer. Der Mann ersticht das Schaf, aber es fließt kein Blut. Nichts ist nützlich.
Mit dem Erfolg seiner Unternehmungen kann man jetzt nicht rechnen.
Man hat einen Arbeitsplatz, bekommt aber keinen Lohn. In der Schule erwirbt man Anerkennung aber kein Wissen. Wer im Ruhestand lebt, sollte auf seine Gesundheit achten.
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in der Wilhelm-Version heißt es unter:
Kommentar zur Entscheidung: Das heiratende Mädchen bezeichnet den großen Sinn (Tao) von Himmel und Erde.
Wenn Himmel und Erde sich nicht vereinigen, so gedeihen alle Wesen nicht. Das Heiratende Mädchen bedeutet Ende und Anfang der Menschheit. Heiterkeit in der Bewegung. Wer heiratet, ist das junge Mädchen.
“Unternehmungen bringen Unheil“: die Plätze sind nicht die gebührenden. “und es gibt Nichts, das förderlich wäre.“: das Weiche beruht auf dem Harten.
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Kalligraphien zu den 64 Zeichen des I-Ging
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