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I-Ging 32, Hong die Dauer - die einzelnen Sinn-Bilder in der Kalligraphie -
links das Herz “xin”

rechts das Boot, das zwischen den beiden Ufern hin- und herfährt
“Standhaftigkeit, Ausdauer. Das Herz (der Wille), ist wie ein Boot,
das von einer Küste zur anderen fährt; bis zum Hafen fortgesetzte moralische Navigation” [
Wieger, S. 28 ]

“Dauerhaftigkeit, beständige und dauerhafte Ordnung, aber keine im voraus entschiedene Festlegung.” [ Philastre, S.21 ]
Das an einem Seil festgemachte Boot folgt den Bewegungen des Stromes, um von einem Ufer zum anderen zu gelangen. ... Es wird festgehalten, aber dies sichert ihm die Dauer ...
Herz und Boot antworten auf den Rhythmus, die die Form der Kraft auferlegt und die sie diszipliniert, um sie zugänglich zu machen: Dieser Rhythmus ist aus einer Zeit der wechselnden Bewegungen und des Ausruhens
zusammengesetzt. So wird ein Gleichgewicht wiederherstellt. ... Gemäß diesem Bild verhält es sich nach dem Gesetz von Yin und Yang: Ruhe und Aktivität verschmelzen zum Zustand des Gleichgewichtes,
die Harmonie des Tao; ... Die Blutzirkulation gehorcht dem Herzrhythmus, wie die Musiker dem Dirigenten im Orchester...

Der Dickdarm (Sun) ist “der Minister der Kommunikation und der Wege”.
Er stellt antihämorrhagische Stoffe her, die eine Dauerhaftigkeit des Blutes absichern. Die Leber (Tschen - oberes Trigramm) ist der Aufenthaltsort der Hun-Seele,
des Automatismus der physischen Vitalität. Sie hält die Zusammensetzung des Blutes aufrecht, und sie enthält die Vererbung und die Nötigungen des Lebens ...
Der Schamane “gewöhnt sich daran, an seinem Platz zu bleiben, ohne dabei die Gegend zu wechseln.” Er arbeitet an der Stabilisierung des Blutes, denn “das Blut hängt von der Energie ab,
und wenn das eine läuft, läuft auch das andere; wenn das eine stoppt, tut dies auch das andere. Um das Blut aufzufrischen, muß die Energie gereinigt werden.” Daher wendet er sich an das Herz.
... Die Situation ist dauerhaft ... Das I-Ging rät: “Schlafe nicht ein. Bleib an Deinem Ort, in Deiner Region, setz Dich in Bewegung und unternehme etwas.” zitiert aus de Surany I-Ging und Kabbala S. 240 ff.

bei Richard Wilhelm heißt es:
32. Hong / die Dauer

Hexagramm Heng, die Linien
Das Bild
Donner und Wind: Das Bild der Dauer. So steht der Edle fest und wandelt seine Richtung nicht.
Der Donner rollt, und der Wind weht. Beides ist etwas äußerst Bewegliches, so daß es dem Anschein nach das Gegentei1 von Dauer ist. Aber ihr Hervortreten
und Zurücktreten, ihr Kommen und Gehen folgt dauernden Gesetzen. So beruht die Selbständigkeit des Edlen auch nicht darin, daß er starr und unbeweglich ist.
Er geht immer mit der Zeit und wandelt sich mit ihr. Das Dauernde ist die feste Richtung, das innere Gesetz seines Wesens, das alle seine Handlungen bestimmt.
und
René van Osten “Die Pflaumenblüten Nummerologie”

schreibt:
32 Die Dauer, die zyklische Wandlung Festgelegte rhythmische Bahn * immer wiederkehrend * beständig * der ewige Sinn * Konstanz * Stabilität * kontinuierlich * Treue gegenüber dem Wahren * Ausdauer * Standhaftigkeit
Dauer ist im Gegenteil zum allgemeinen Verständnis kein unbeweglicher und immer gleichbleibender Zustand, sondern eine festgelegte Bewegungrichtung, innerhalb derer sich bestimmte
Prozesse in immer wiederkehrender Folge wiederholen. ( Anmerkung: die chinesische Sicht erkennt eine zyklischen Wandel in der Natur an, was sich im Symbol des Kreises manifestiert.
Der Mond kehrt braucht ca. 28 Tage, um einen Umlauf von Neu- über Vollmond wieder zum Neumond zu vollenden. Die 24 Solarstationen à 14 Tage markieren den Bauernkalender
und sind die zeitliche Ordnung, Grundlage für das Übungs-System “im Qi-Gong der Meister vom Rad der Zeit” )
Also nicht Stillstand (Rückgang), sondern Bewegung in festen rhythmischen Bahnen. Was zuerst im Aufsteigen begriffen war, fällt nach unten, konzentriert sich als geistige Kraft im Samen und entwickelt
sich erneut vom Keimhaften zur Fülle des Lebens. Ein ausgeglichenes Spiel von Kommen und gehen, Werden und Vergehen. Deshalb: wer wissen will, was Dauer hat, der vertraut den Dingen,
die in ihrer Entwicklung Konstanz beweisen, dann kann er erkennen, wann und wohin er zu gehen hat. Denn eines ist gewiß: Etwas Dauerhaftes läßt sich nicht erzwingen, sondern kann nur auf
der Plattform natürlicher Bewegung (“Sun” / “Tschen”) erreicht werden.
Wer sich einzig und allein auf die Dinge konzentriert, ohne sie expandieren zu lassen, d.h. ausrichten ohne darauffolgende Bewegung, Hervortreten ohne zurückzutreten, einatmen ohne wieder auszuatmen,
der kann keinen zeitlichen Bestand erreichen, egal wieviel er sich auch bemüht.
Linie 1 : Dauerhaftes läßt sich nicht durch Eile erzeugen: Ohne die konkreten Richtlinien Deiner Bemühungen zu kennen,
setzt Du nur Dein unruhiges Wesen in Bewegung ... Um Beständigkeit zu erreichen, darfst Du nichts übereilen, sonst wirst Du feststellen, daß Du den Anforderungen Deines Strebens nicht gewachsen bist.
Linie 2 : Folge bewährten Richtlinien, und Du wirst Deine Kräfte nicht unnötig vergeuden. Sei achtsam. Trotz Deines sorgfältigen Charakters spürst Du eine
verführerische innere Kraft. Hüte Dich vor voreiligen Schritten, die Deine Kraft verschwenden. Die Zeit ist noch nicht reif. Folge dem, was sich bewährt hat.
Linie 3 : Äußere Einflüsse versetzen Dich in unbeherrschte Erregung. Dies ist von Übel. ... Deine emotionalen Abhängigkeiten im Äußeren schränken Deine
Handlungsfähigkeit ein. Dauerhafter Erfolg ist so nicht möglich.
Linie 4 : Du suchst, weißt aber nicht, was Du finden willst. Du suchst zur falschen Zeit am falschen Ort. ...
Auf unfruchtbaren Boden ist keine reiche Ernte zu erwarten.
Linie 5 : Flexibel und Beharrlich. So ist Dauer zu erreichen. In altbewährten Methoden liegt Zuverläßigkeit.
Dein Denken sei dabei beweglich und anpassungsfähig. Vorbildlich ...
Linie 6 : Dauernd rastlos. Deine Bewegungen sind unkontrolliert. Orientierungslos im Dunklen, getrieben ...
Eine solche Haltung ist zudem gefährlich.
Ohne Linien: Man achte auf die Dauer innerer Werte. Man sei beständig, diszipliniert und prinzipientreu.
Meister Liu Yiming kommentiert (1796) in seinem
I-Ging-Arbeitsbuch zur umfassenden Selbstkultivierung ( Das Tao des I-Ging ): “ Wenn Du den Weg übt, solltest Du in der rechten Weise beständig sein, vor allem
in der Übung des rechten Weges. Allein dann kannst Du mit Gewinn etwas unternehmen, die essenz ergründen und das große Werk in jener Welt, die ewig unveränderlich ist, vollbringen. Aber Du mußt “die Heilmittel”
und “den Feuerungsprozeß” kennen und wissen, wann Du langsam oder schnell anfachen oder drosseln mußt, damit Du nicht vom rechten Weg abirrst.

xin - das Herz und liu tiao, die 6 Regulierungen
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Tabelle/Übersicht

Kalligraphien zu den Zeichen des I-Ging
Danke für Ihr Interesse
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