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Die Umgebung als Erweiterung seiner selbst wahrnehmen.
Anders als die Tiere leidet der Mensch (vor allem der moderne Mensch mit seinem hoch entwickelten Ego-Bewusstsein) an der Illusion der Getrenntheit von seiner Umgebung und den lebenden Wesen darin.
Das Empfinden des „getrennt seins“ kann als Verblendung betrachtet werden, weil Trennung aus der Sicht des Dao beinhaltet, nicht mit der Ganzheit des pulsierenden Lebensstromes
verbunden zu sein, was an und für sich eine Unmöglichkeit ist. Eine der daoistischen Methoden, diese Illusion zu überwinden, ist folgende: Der Übende wählt eine bestimmte Manifestation des ewig Namenlosen aus,
wie etwa einen Baum, z.B. eine Kiefer. Der Praktiker verbringt im Verlauf der Jahreszeiten täglich einige Zeit damit, in tiefer Kontemplation vor ihr zu sitzen. Er bemüht sich, sein Wesen zu durchdringen,
sich in sein „Kiefer-Wesen und –Sein“ einzufühlen, bis er zum Baum selbst wird und dessen Empfindungen erlebt,
wie etwa, wenn die Säfte hochsteigen oder wenn neue grüne Knospen aus seinen Zweigen sprießen. Er spürt seine „Antworten“ auf Sonnenschein, Regen oder Schnee, sein Verlangen
nach Nahrung von Erde und Himmel und die Befriedigung, die aus dem Stillen des Hungers folgt.
Während die Tage vergehen, die Jahreszeiten wechseln, wird der Adept zunehmen selbst diese Kiefer
(und so auch all die damit verbundenen natürlichen Erscheinungen) als eine Erweiterung seines eigenen Selbstes wahrnehmen, das ihm einst von der Oberfläche seiner Haut abgegrenzt erschien,
das jetzt aber nicht einmal mehr vom Horizont begrenzt wird. Während des Fortschrittes auf dem Weg dieses Übens wird das Gespenst seines „Ego“ schrumpfen oder
sich einfach davonschleichen und sein ehemaliges Opfer einer innigen Erfahrung der Heiterkeit des grenzenlosen Seins überlassen.
Selbst Menschen, die gar nichts über solch Formen daoistisch-alchemistischer innerer Arbeit wissen, können, wenn sie ihren Geist darauf ausrichten, immer neue Dimensionen der natürlichen Schönheit
in jeder Jahreszeit erleben – das Wiedererwachen der Lebenskräfte im Frühling, das üppige Wachstum zur Sommerzeit, die bunte Vielfalt und Pracht der Herbstzeit,
das Glitzern des ersten Frostes, dem das strahlende Weiß des winterlichen Schnees folgt, der sich auf den Feldern, auf Zweigen und Dächern häuft,
und auch das reizvolle Geflecht nackter Äste die sich gegen den blauen Himmel abheben. Und in der fortgeschrittenen Stufe dieser Übung warten größere Erfahrungen auf den Praktiker, als all dieses.
Er hört allmählich auf, allein nur ein Zuschauer zu sein, er wird selbst zu einem lebendigen Teil dieser Landschaften, wie jene einzelnen winzigen Figuren in den Einöden von Felsen und Bergen,
die wir auf den daoistischen Tuschebildern und Malereien sehen. Dennoch, trotz allem, fühlt er sich nicht als unbedeutender Teil der ganzen Landschaft,
da jenes Ganze auf geheimnisvolle Weise als in ihm selbst und er selbst darin erfahren wird.
Also berichtet John Blofeld in “Selbstheilung durch die Kraft der Stille
“,

Leicht erlernbare Übungen zur Erlangung von körperlicher Gesundheit, psychischer Stabilität und Kreativität mit Hilfe altbewährter Methoden aus den östlichen Meditationsschulen
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