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“ Der Klassiker Über die Zusammenkunft des Yin ” ein daoistisches Handbuch der Meditation
Text und Kommentare des Dao-Meisters Liu Yiming

(1.01) Achte auf den Weg des Himmels, übe das Tun des Himmels. Das ist alles. Der Weg der Essenz und des Lebens ist eins; er ist der Weg des Himmels.
Der Weg des Himmels ist einfach der Weg von yin und yang. Wenn Praktiker des Weges die inneren Feinheiten kennen, und sie durch die stille Übung des geistigen Lichtes die Energien
von yin und yang aufnehmen, und wenn sie die Macht des Schöpferischen übernehmen, dann ist es möglich, dadurch lange zu leben und nicht zu sterben; es ist dadurch möglich ohne Geburt zu sein und ohne Tod.
Was am wichtigsten ist, ist imstande zu sein, wahrzunehmen und zu praktizieren. Was heißt Wahrnehmung? Wahrnehmung heißt, die Dinge zu erforschen und über sie Bescheid zu wissen.
Wahrnehmung heißt, sehr tiefe und genaue Studien zu betreiben. Wahrnehmung beinhaltet geistiges Wissen und spirituelles Begreifen. Wahrnehmung heißt, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, um zu sehen,
was hinter dem Bewusstsein liegt. Wahrnehmung heißt, dass Du nichts vor Dir selbst versteckst und Du Dich nicht selbst zum Narren hältst. Und was heißt Praktizieren ?
Praktizieren heißt das den Geist konzentrieren und den Willen auf einen Punkt hin auszurichten. Praktizieren heißt nicht zu weit gehen und nicht zurückbleiben.
Praktizieren heißt Anstrengung im persönlichen Handeln. Praktizieren heißt stark werden durch Beharrlichkeit. Praktizieren heißt Konsequenz vom Anfang bis zum Ende. Das Wirken des Nicht-Tun des Himmels wahrnehmen ist plötzliche Erleuchtung,
und dies ist die Verwirklichung der Essenz des Lebens. Das Lernen aufnehmen über das Tun des himmlischen Handelns heißt die stufenweise Kultivierung, und dies ist die Verwirklichung des Lebens der Essenz.
Wenn Du fähig bist, wahrzunehmen und zu praktizieren, dann benutzt Du den Weg von yin und yang um frei von yin und yang zu werden; durch die Dinge der Welt überwindest Du die Welt.
Dies besagt: Du erkennst, dass alles was da ist, der Wandel ist, und durch Dein inniges Begreifen der Wechselfälle des Wandels stehst Du irgendwie abseits davon, letztendlich frei.
Wenn Du beide, Essenz und Leben verwirklicht hast, vergisst Du das Bewusstsein als auch die Erscheinungen, Du überschreitest das Universum, und da ist ewiges Bestehen. Diese beiden Ausdrücke „achte auf den Weg des Himmels (wahrnehmen)“
und „übe das Tun des Himmels (praktizieren)“ sind selbst schon eine himmlische Leiter, welche die Leute in die Lage versetzt,
erleuchtete Unsterbliche zu werden, eine große Straße für Heilige und Weise. Alles außerhalb von diesem ist ein Nebengleis, verführerisch doch irreleitendes Gerede.
Daher sagt der Text, „Dies ist alles.“
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